Track:
Technische Visualistik
Organisation:
TU Dresden, Professur Mediengestaltung
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Was sieht die Hand?

Prof. Rainer Groh

Die Interaktion mit Multitouch-Displays erfordert eine Neuregelung der »Arbeitsteilung von Auge und Hand«. Die Hand, die bislang zum Pointer degradiert war, kann mehr. Dies zeigt sich, wenn die Analyse der Handbewegungen vom Blickverhalten entkoppelt wird. Die Hand besitzt ein eigenes Zeitregime. Der künftige Zeigefinder auf dem Multitouch-Display ist kein dicker Cursor mehr sondern ein teilweise autonom wirkender Gestaltgeber. Die Planarität und Rückwirkungsfreiheit des Displays schränkt jedoch die Möglichkeiten dieses Gestaltgebungsprozesses ein. Im Vortrag soll der eigentümliche Zwischenbereich der Multitouchinteraktion beschrieben werden. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, welche Gestaltmerkmale das manipulierbare Bild besitzen muss. Wenn dem Auge nach wie vor die Rolle zukommt, Zeichen und Konturen aus der Distanz zu erkennen, ohne dabei eine plastische Wirkung zu erzielen, so stellt sich die Frage nach neuen haptischen Formierungsprinzipien. Gibt es Wahrnehmungsgesetze der Hand? Die Versuche zur Beantwortung der Frage werden durch eine kleine Performance unterstützt.